Auf die Plätze, fertig, los!

Sich regen bringt Segen. Und das nicht nur in körperlicher Hinsicht. Auch die Seele profitiert davon, wenn wir uns sportlich betätigen.

Wir alle wissen, dass Sport gut für den Körper ist. Er stärkt das Herz, aktiviert den Kreislauf und kann dabei helfen, unliebsame Kilos loszuwerden. Wenn es um Sport geht, hat aber auch die Psyche ein Wörtchen mitzureden. Schon länger ist bekannt, dass Sport vor Depressionen schützen kann. Wie und warum, ist bis dato nicht restlos geklärt. Es gibt aber zwei Ansätze, die den Zusammenhang zwischen sportlicher Betätigung und dem Wohlbefinden der Seele erklären.

Sport stärkt Selbstvertrauen

Zum einen geht man davon aus, dass sich die positiven Auswirkungen von regelmäßiger Bewegung, also Gewichtsreduktion und straffere Muskeln, auch positiv auf das Selbstbild und die Selbstwahrnehmung auswirken. Laut der Selbstbild-Hypothese haben psychische Erkrankungen deshalb geringere Chancen, sich zu entwickeln. Wolfgang Ruf, Sportwissenschaftler und Leiter von pro move, einem Projekt, das Sportkurse für Menschen mit psychischen Erkrankungen anbietet, ergänzt: „Auch andere positive Körperwahrnehmungen fördern das Selbstvertrauen. Wenn man zum Beispiel die eigene Kraft oder die eigene Geschicklichkeit wiederentdeckt.“

Gemeinsam statt einsam

Zum anderen darf die soziale Komponente nicht außer Acht gelassen werden. Ruf: „Sport beschränkt sich nicht auf die bloße Bewegung, durchs Sporteln kommt man ja auch zu sozialen Kontakten.“ Soziale Kontakte, die nachweislich zur Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes beitragen. „Ob in der Gruppe oder allein, in erster Linie soll es aber darum gehen, eine Sportart zu finden, die einem Spaß macht. Denn nur dann macht man das regelmäßig. Das sagen wir auch den TeilnehmerInnen unserer Kurse immer wieder“, so Gesundheitspsychologin und pro-move- Mitarbeiterin Katrin Ahorner.

Was im Gehirn passiert

Neben der psychologischen Wirkung können die Auswirkungen von Sport und Bewegung auf die Psyche auch auf der biologischen Ebene erklärt werden. Durch die Betätigung produziert der Körper verstärkt Endorphine („Glückshormone“), der Gehirnstoffwechsel funktioniert besser, Stress wird abgebaut. Seit kurzem wird auch die These diskutiert, dass mittels Sport die Konzentration bestimmter Nervenwachstumsfaktoren ansteigt, was ebenfalls zu einer antidepressiven Wirkung beitragen kann.

Sport als Heilmittel bei Depressionen?

Bewegung ist eine ergänzende Maßnahme zu Psychotherapie und medikamentöser Behandlung. Dabei sind keineswegs sportliche Höchstleistungen gefragt. Studien belegen, dass schon 30 bis 45 Minuten Laufen, Radfahren oder Schwimmen zwei- bis dreimal wöchentlich Depressionen und Ängsten vorbeugen. Auch die Genesung von leichten und moderaten Depressionen wird durchs Sporteln begünstigt. Auf Rat vieler ExpertInnen soll Sport vor allem bei schweren Depressionen und Angststörungen möglichst aber nicht als einziges Behandlungsangebot genutzt werden. In Kombination mit Psycho- und/oder Pharmakotherapie (Medikamente) sind sportliche Aktivitäten aber ein geeignetes Mittel, um sich und seiner Seele Gutes zu tun.

pro move: Kostenloses Sportangebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Mit pro move unterstützen wir Sie durch ein abwechslungsreiches und kostenloses Bewegungsangebot im Raum Graz. Unter der fachlichen Anleitung unserer Sport-Trainer und -Trainerinnen steigern Sie Ihre körperliche Fitness, spüren Ihre Kraft, arbeiten an Ihrer Geschicklichkeit und erfahren, wie wertvoll es sein kann, etwas für sich und seinen Körper zu tun. Hier erhalten Sie weitere Informationen zum kostenlosen Angebot »